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STRUKTUR DER ARGE TIROLER CHRONISTEN

Auf Gemeindeebene arbeitet der Ortschronist/die Ortschronistin und wählt jene Art der Chronikgestaltung, die seinen/ihren Fähigkeiten und Interessen am besten entspricht. Wer gern fotografiert, macht etwa die Bildchronik zu seinem Schwerpunkt. Daneben gibt es eine Vielfalt anderer Chronikformen wie die geschriebene (digitale) Chronik, die illustrierte Chronik, das chronistisches Tagebuch, diverse Materialsammlungen, den Pressespiegel u.v.m. Die Arbeitsgemeinschaft Tiroler Chronisten versucht eine Reglementierung und motivierungshemmende Vereinheitlichung zu vermeiden, legt aber größten Wert auf die Einhaltung von Mindeststandards wie Datums- und Quellenangabe, Authentizität und Ausgewogenheit, Anlegen von Registern und Indices. Beruflicher Hintergrund (eine Reihe von Chronisten kommt aus der Lehrerschaft, aber auch andere Berufe sind vertreten), Altersstruktur (von Pensionist/innen bis zu jungen Leuten), Arbeitsweise (Einzelpersonen der „Pioniergeneration“ bis zu Chronistenteams) tragen dazu bei, dass Chroniken zu einer lebendigen Dokumentation ihrer Gemeinden werden.

Zum Anforderungsprofil eines Chronisten/einer Chronistin gehören neben Interesse und gesunder Neugierde, Sensibilität im Umgang mit Informationen, Kritikfähigkeit, EDV-Kenntnisse und vor allem auch Teamfähigkeit. Im Gegensatz zu oft nur temporären Initiativen wie „Geschichtswerkstatt“ oder „Team zur Erstellung eines Gemeindebuches“  bietet die ARGE Tiroler Chronisten seit Jahrzehnten Kontinuität in der Chronikarbeit. Sie legt großen Wert darauf, dass die Mitarbeiter/innen öffentlich beauftragt werden und einen Werkvertrag mit der Gemeinde abschließen, der beiderseitige Rechte und Pflichten beinhaltet. Die Gemeinde verpflichtet sich unter anderem zur Einrichtung eines Chronikraumes mit EDV-Ausstattung und Archivierungsschränken, der jeweilige Chronist/die jeweilige Chronistin zu umfassender und gewissenhafter Dokumentation. Auch eine finanzielle Abgeltung der Arbeit wird – sofern dies vereinbart wird – festgelegt. Viele Chronisten/innen arbeiten ehrenamtlich.

 

Die Chronikmitarbeiter/innen des jeweiligen Bezirkes betreut der/die Bezirksverantwortliche, kurz Bezirkschronist/in genannt. Er/Sie organisiert regelmäßig Veranstaltungen (Schriften lesen, Fachvorträge, Schreibwerkstatt), die der Fort- und Weiterbildung dienen, aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Bezirksverantwortliche versuchen die Kollegen/innen zu Ausstellungen in ihren Gemeinden zu ermuntern und bieten dabei auch Mithilfe bei der Vorbereitung und Durchführung an. Einmal jährlich gibt es einen Chronistentag des Bezirkes, bei dem ein intensiver Erfahrungsaustausch erfolgt. Der/Die Bezirkschronist/in verstärkt die Öffentlichkeitsarbeit und ist verantwortlich für regionale Ausstellungen und Publikationen.        

 

Das Leitungsgremium auf Landesebene ist der Landesausschuss mit dem Vorsitzenden, kurz als Landeschronist bezeichnet, der ein- bis zweimal im Jahr tagt, die überregionalen Veranstaltungen und Aktivitäten plant und koordiniert, die Arbeitsschwerpunkte festlegt und für die Aus- und Weiterbildung von Chronisten/innen zuständig ist. Seit einigen Jahren werden Einführungskurse und spezielle Seminare mit Fachleuten des Landesarchivs und des Landesmuseums angeboten – und von vielen Interessierten genützt. Aufbaumodule mit speziellen Inhalten dienen der Weiterbildung der aktiven Ortschronisten. Ein Einführungskurs ist verpflichtend für alle Neueinsteiger/innen. Im Landesausschuss sind die Bezirkverantwortlichen, das Tiroler- und Südtiroler Landesarchiv, das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum und das Stadtmuseum/archiv Innsbruck vertreten.

Der Landeschronist hält Kontakt zu verschiedenen Stellen und verwandten Orgnisationen im Land, zu den Chronisten/innen in Südtirol, ist Ansprechpartner für alle Chronikmitarbeiter/innen und repräsentiert die Arbeitsgemeinschaft nach außen.

Funktionsträger in der Arbeitsgemeinschaft

Helmut Hörmann